MoA - Mobil ohne Auto 2006

autofrei leben! e.V. wünscht auch nach dem 25. Mobil ohne Auto-Sonntag, der am 18. Juni 2006 stattfand, weiterhin allen unermüdlichen Kämpfern für menschengerechte Verkehrsverhältnisse endlich den angestrebten Erfolg ...

...und dass es bis dahin nicht noch ein weiteres Vierteljahrhundert dauern möge.

Unser Aktionsvorschlag zum MoA-Jubiläum: 365 Tage im Jahr autofrei leben!

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Im vorigen Jahrhundert waren Autos mal modern. Hamburg, als moderne Stadt, vertrieb - wie viele Städte damals - die Radfahrer konsequent von seinen Straßen.

Inzwischen ist das Auto mit seinem immer weiter steigenden Aufwand an Raum und Zeit für den Parkplatzsuchverkehr - insbesondere für eine Großstadt wie Hamburg - als Individualverkehrsmittel nur noch unpraktisch und lästig - neben allen anderen bekannten schweren Schädendie es verursacht (dazu noch eine andere Übersicht vom BUND Berlin, weitere Angaben zu den Schäden weltweit bei WCN).

Öffentliche Verkehrsmittel, Radverkehr und zu Fuß gehen sind die zeitgemäßen Alternativen. Noch dazu ist Hamburg ganz eben und könnte geradezu ideale Bedingungen für den Radverkehr bieten.  20 Prozent des rollenden Individualverkehrs werden dort auch bereits mit dem Rad gefahren, 40 Prozent der Haushalte der Stadt besitzen gar kein Auto - aber die konservativen "Stadtväter" verfolgen weiter die angestaubte Politik der Radfahrervertreibung von der Straße.

Sternfahrt in Hamburg am MoA-Sonntag mit 13.000 Radfahrern

Deshalb waren gerade in Hamburg mehrere tausend Menschen auch dieses Jahr wieder am MoA (Mobil ohne Auto)-Sonntag den gesamten Tag lang mit dem Fahrrad und auch zu Fuß unterwegs, um für eine Verbesserung ihrer Situation zu demonstrieren. Der Mobil ohne Auto-Sonntag wurde dieses Jahr in Deutschland bereits zum 25. Mal begangen.

Vielleicht wäre es da mal an der Zeit, die Strategien zu überdenken. Denn realistisch gesehen ist es doch ganz einfach ein Wahnsinn, den für die Bedürfnisse des Radverkehrs ideal ausgestatteten Straßenraum überwiegend nur noch für Parkplatzsuchverkehr und als Endlos-Parkplatz zu verschwenden, und Radfahrer dafür auf gefährliche Irrwege zu verbannen.

Ein indianisches Sprichwort empfiehlt: "Wenn Du auf einem toten Pferd sitzt, dann steig ab."

Die "toten Pferde" der modernen Welt blockieren bereits die allermeiste Zeit nur noch den öffentlichen Straßenraum, dass es zum Himmel stinkt - aber keiner kümmert sich um die Kadaverbeseitigung.   

Als im letzten Jahrhundert die Radfahrer von der Straße gefegt wurden, hatte es vorher allerdings nicht etwa jahrzehntelang  einen  Auto-Corso  jährlich  zum Erbetteln besserer Bedingungen für den Autoverkehr gegeben - die Autofahrer haben sich den Platz auf der Straße damals einfach genommen. Nur so kann es umgekehrt auch diesmal wieder gehen - und Fahrräder sollten dabei eine historische Rolle spielen.

Geschichte wiederholt sich ja zum Glück.

"Nichts auf der Welt ist so mächtig wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist." 
(Victor Hugo, französischer Lyriker, Romantiker und Maler)