27.11.2005
Club der Autofreien der Schweiz (CAS) - das erste Jahr
von Dieter Steiner*

Der am 4. Dezember 2004 von ca. 30 Personen gegründete CAS entwickelt sich gut. Natürlich haben wir die üblichen zirkulären Anfangsschwierigkeiten: Solange wir unser erstes Nahziel, 1000 Mitglieder, nicht erreicht haben, sind unsere Mittel beschränkt und genügen nicht, um die gewünschte Mitgliederwerbung betreiben zu können. Im Moment fließen unsere Finanzen in erster Linie in eine professionell betriebene Geschäftsstelle, die wir zwecks Entlastung des ehrenamtlich tätigen Vorstands unbedingt brauchen. Da sind wir für jede Hilfe von außen dankbar. Tatsächlich haben wir auch ein paar kleinere Spenden erhalten und zur Darstellung unseres Anliegens Gastrecht in zwei Organen genossen, im «Zeit.Punkt», einer Alternativ-Zeitschrift, und im «umverkehRen», dem Magazin von «umverkehR», dem Verein, der vor Jahren durch die Lancierung einer Volksinitiative zur Halbierung des motorisierten Straßenverkehrs bekannt geworden ist (www.umverkehr.ch). Weitere Veröffentlichungen werden angepeilt.

So haben wir nun doch schon über 400 Mitglieder. Hilfreich waren auch Aktionen, die wir im Umfeld des europaweiten autofreien Tages unternahmen. Am 22. September lud unser Präsident nach Basel ein, wo er den Mitgliedern diverse Vergünstigungen in Gaststätten und Museen offerieren konnte. Schon vorher hatte uns der Verkehrsverbund der Nordwestschweiz Gratis-Tageskarten geschenkt, die bei dieser Gelegenheit benutzt werden konnten. Am so genannten «Multimobiltag» der Stadt Zürich am 25. September waren wir mit einer ganztätigen Standaktion dabei, die uns Gelegenheit gab, Passanten und Passantinnen anzusprechen und Informationsmaterial zu verteilen. (Zürich macht nicht am 22. September mit, sondern immer am darauf folgenden Sonntag, um, einer echt protestantischen Ethik folgend, das werktägliche Geschäften nicht zu stören ...).

Verschiedene Mitglieder beteiligen sich an zwei Arbeitsgruppen, die allmählich in Schwung kommen. Die eine bereitet mit dem Fernziel eines einstigen Kompetenzzentrums Informationen zum autofreien Lebensstil auf, die andere plant Aktionen im Bereich Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising. Generelles Ziel des CAS ist, dass er auf der verkehrspolitischen Ebene ein nationaler Faktor wird, und auf der Ebene der Mitglieder diese privilegiert durch reelle, das ganze Jahr hindurch geltende Vergünstigungen, die den längst verdienten Bonus einer autofreien Existenz kompensieren und honorieren.

Wir haben versuchsweise begonnen, Kontakt zu Behörden und Ämtern zu etablieren. So haben wir 40 Stadtpräsidien angeschrieben, um die Idee zu streuen, mittels einer Förderung des autofreien Lebensstils Verkehrspolitik zu betreiben. Der Erfolg war, bei viel geäußertem Wohlwollen, bezüglich konkreten Kooperations-Angeboten noch nicht weitreichend, aber immerhin mit zwei Städten, nämlich Grenchen und Köniz, planen wir derzeit gemeinsames Handeln. Vom Bundesamt für Energie liegt eine Einladung zu einer Besprechung vor, an der mit dem Direktorium mögliche Anreizsysteme diskutiert werden sollen.

Anlässlich der internationalen Konferenz des World Carfree Network in Budapest im Juli 2005 sind wir Mitglied dieser Organisation geworden (www.worldcarfree.net). Seit diesem Zeitpunkt unterhalten wir auch eine Website: www.clubderautofreien.ch. Ein Highlight ist dabei eine Karikaturenseite, auf der wir im monatlichen Wechsel alte Zeichnungen zu Autos und Strassenverkehr von kooperierenden Karikaturisten und Karikaturistinnen bringen.

Kontakt:
www.clubderautofreien.ch
Mail: info [ät] clubderautofreien [Punkt] ch

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*Dieter Steiner ist Mitglied im CAS