04.12.2008 - Pressemitteilung:

Subventionen für die Autoindustrie: Klimapolitik der Geisterfahrer!

Angesichts der UN-Klimakonferenz in Poznan äußert autofrei leben! - die Initiative autofreier Menschen - gegen die Subventionierung der Automobilindustrie große Bedenken.
Dazu Heiko Bruns, Vorstand von autofrei leben!:
  
"Auf dem Altar des angeblichen automobilen Fortschritts dürfen angesichts der Finanzkrise nicht sämtliche Klimaschutzziele geopfert werden. Der massenhafte Bestand und die exzessive Nutzung von Pkw sind Ausdruck der viel bedrohlicheren Umweltkrise.
  
Jedes nicht gebaute Auto ist ein Gewinn für die Natur, weil bereits durch die Produktion je nach Wagentyp allein bis zu 43 t CO2 emittiert werden. Weitere Schädigungen durch Stäube, Stickoxide und die Gewinnung von Metallerzen ruinieren die Ökobilanz eines Neuwagens [1].
  
Kündigten 2006 Umweltminister Gabriel oder auch die Grünen nach Erscheinen des Stern-Report zu den ökonomischen Folgen des Klimawandels vollmundig Investitionen in den Klimaschutz an, weil jeder 'Euro dort 5 bis 20 Euro an Folgekosten einspare' [2], soll nun mit dem Auto ein Verkehrsmittel subventioniert werden, bei dem jeder Euro in Zukunft mehrfach zurückbezahlt werden muss.
  
Ist es nicht absurd, die Zerstörung der Umwelt und die Klimakatastrophe zu fördern anstatt ökonomisch und ökologisch sinnvolle Branchen zu unterstützen? Jeder Euro, mit dem jetzt der Kfz-Absatz subventioniert wird, ist eine Absage an die Zukunft unseres Planeten.
  
Die Kosten für das Privatauto belasten die deutschen Haushalte ähnlich stark wie das Wohnen. Ohne Auto könnte man sich entweder mehr leisten und so die Nachfrage ankurbeln oder seine Arbeitszeit reduzieren, weil man nicht mehr so viel Geld braucht. In jedem Fall wäre das ein Gewinn an Lebensqualität für alle.
  
Eine Gesellschaft, die sich auf den Weg aus dem Auto gemacht hat, hat weiterhin Mobilitätsbedürfnisse, die durch Eisenbahnen, Busse, Straßenbahnen, Fahrräder und mehr befriedigt werden müssen. Außerdem entstünden im Bereich des Mobilitätsmanagement (Carsharing, öffentliche Autos, Mobilitätszentralen) neue Arbeitsplätze [3].
Scheinlösungen wie Elektro- oder Wasserstoffautos lehnen wir ab. Denn sie bringen die gleichen Probleme bei lediglich verändertem Motor mit."
  
  
[1] UPI-Bericht 25 (Mai 1999), Öko-Bilanz von Fahrzeugen,
und aktualisiert 3 Sat nano http://www.3sat.de/3sat.php?http://www.3sat.de/nano/bstuecke/113235/index.html
zu Metallen s.a. "Clean Cars - dirty metals" http://www.rdeman.nl/platinum/download/ccdmc2.pdf
[2] Stern Report, u.a auf http://de.wikipedia.org/wiki/Stern_Review
[3] VCD, Ökoinstitut Freiburg, "Hauptgewinn Zukunft - Neue Arbeitsplätze durch umweltverträglichen Verkehr", 1998; TU Berlin, Das öffentliche Auto: http://www.fona.de/de/7146
   
  
Rückfragen:
- Heiko Bruns, Vorstand autofrei leben! e.V., Tel.: 0176 - 8312 4955
  
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