14.08.2006 - Pressemitteilung:
  
110 Jahre weltweiter Bürgerkrieg
  
Am 17. August 2006 jährt sich zum 110. Mal der Todestag von Bridget Driscoll.
Sie war der erste Mensch, der als Fußgänger von einem Auto totgefahren wurde.
  
Auf dem Weg zu einer Tanzveranstaltung mußte die fünfjährige May Driscoll mit ansehen, wie ihre 44jährige Mutter Bridget von einem Automobil angefahren wurde und kurz darauf starb. Augenzeugen empfanden die etwa 7 km/h schnelle Fahrt des Fahrzeugs der Anglo-French Motor Car Company als "rücksichtsloses Tempo, fast wie ein Feuerwehrwagen". Am 17. August 1896 begann in London eine Epoche, die Millionen Menschen das Leben kostete und weltweit immer mehr Opfer fordert.
  
Die Mitglieder des Vereins autofrei leben! e.V. belassen es nicht dabei zu konstatieren, dass dies bedauerlich sei. Vielmehr weigern sie sich auch dabei mitzumachen. Für Markus Schmidt ist der bewusste Verzicht aufs eigene Auto eine Art Kriegsdienstverweigerung. Er sagt: "Hunderttausende haben in der Bundesrepublik lieber Zivildienst gemacht, anstatt zur Bundeswehr zu gehen. Viele taten es aus pazifistischen Motiven, hatten aber kein Problem damit Auto zu fahren. Doch es hat sich gezeigt, dass die Bundeswehr kaum Kampfeinsätze durchführte, hingegen eine Art Krieg im so genannten Zivilleben auf den Straßen stattfand und -findet.
  
autofrei leben! e.V. fordert aus humanitären und ökologischen Gründen ein grundsätzliches Umsteuern in der Städtebau- und Verkehrspolitik: Alle Anstrengungen sind auf eine wirksame Vermeidung des privaten Autoverkehrs zu richten; Fußgänger, Radfahrer, Busse und Bahnen müssen Vorrang vor dem Auto bekommen. Politik und Verwaltung sind aufgerufen, autofreie Straßen, Plätze und Stadtviertel einzurichten und die Versorgung der Bevölkerung mit öffentlichen Verkehrsmitteln - insbesondere auch auf dem Land - sicherzustellen.
  
Weitere Informationen:
Biografische Daten zu Bridget Driscoll: http://de.wikipedia.org/wiki/Bridget_Driscoll
Bild von Bridget Driscoll: upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/91/BDriscoll.jpeg
Ein Essay zum Thema "Tucholsky und die automobile Volks- und Wertegemeinschaft": www.frankfurt22.de 
  
Rückfragen:
- zu dieser Pressemitteilung: Markus Schmidt
- zum Verein autofrei leben!: Markus Heller 
  
* * *
  
Diese Pressemitteilung als PDF (68 Kb) und als TXT (3 Kb).